KVA Turgi in Zahlen

Kehrichtmenge, Energielieferung und Metallrückgewinnung 2025

Unsere Kennzahlen geben einen kompakten Überblick über die wichtigsten Leistungsdaten und den Beitrag der Anlage zur Umwelt, Energieproduktion und Entsorgungssicherheit.
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Verbrannte Kehrichtmenge
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MWh
Stromverkauf
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Wärmeverkauf
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Metallrückgewinnung
Unsere Anlage

Die Anlage ist darauf ausgelegt, rund 120’000 Tonnen Abfall pro Jahr zu verwerten und die darin enthaltene Energie optimal zurückzugewinnen.

Im Verbrennungsprozess entstehen wertvolle Energieformen: Ein grosser Teil wird als Fernwärme in das Netz der Fernwärme Siggenthal AG eingespeist, ein weiterer Teil als elektrische Energie ins öffentliche Stromnetz zurückgeführt. Im Jahr 2024 konnten so z.B. 75 GWh Wärme und 57 GWh Strom gewonnen werden – ein wichtiger Beitrag zur regionalen Energieversorgung.

Die KVA Turgi legt grossen Wert auf Umweltschutz, Effizienz und Sicherheit. Moderne Rauchgasreinigungssysteme, laufende Verbesserungen im Betrieb und strenge Vorschriften stellen sicher, dass die Anlage emissionsarm und ressourcenschonend arbeitet. Damit bildet sie einen zentralen Baustein der regionalen Kreislaufwirtschaft und trägt zur nachhaltigen Nutzung des Abfalls als Energiequelle bei.

Wie unsere Anlage funktioniert

Eine Kehrichtverwertungsanlage wandelt Haushalts- und Gewerbeabfälle in Energie um und reduziert gleichzeitig das Abfallvolumen stark. Der ganze Prozess ist technisch anspruchsvoll und besteht aus mehreren Schritten, die aufeinander aufbauen.

In nachfolgendem Schema finden sie Erklärungen zu den wichtigsten Prozesschritten inkl. Video.

Hinweis: Die Darstellung ist nicht für Mobile-Geräte geeignet.

Schnittbild-KVA-Vollbild
Shredder
In den Shredder wird ausser dem Siedlungsabfall beinahe jede Anlieferung gekippt. Er verarbeitet 100m3 Material in der Stunde zu kleinem Abfall und ist während der Anlieferzeit praktisch ununterbrochen in Betrieb. Obwohl die Shredderwellen aus einem Spezialstahl bestehen, müssen die Stahlzähne alle vier Monate neu aufgeschweisst werden.
Bunker
Das Bunkervolumen beträgt 5’200 m3. Im Müllbunker werden die verschiedenen Abfälle mit Hilfe des Müllkrans vermischt und den Einfülltrichtern der beiden Verbrennungsöfen zugeführt. Der Bunker ist zur Brandbekämpfung mit einer automatischen Sprinkleranlage und zwei Wasserwerfern mit Löschschaumzumischung ausgestattet. So kann ein auftretender Bunkerbrand sofort bekämpft werden.
Greifer

Der Kran ist 365 Tage im Jahr im Einsatz. Aus diesem Grund haben wir zwei Krananlagen. Eine ist im Einsatz und die andere steht als Reserve jederzeit bereit, um in Betrieb genommen zu werden. Jeder Greifer kann bis zu 2’500 kg Müll befördern.

Einfülltrichter
Kranführerstand

Der Kranführerstand ist Tag und Nacht besetzt. Mit dem Kran mischt der Kranführer den Kehricht im Bunker und beschickt unsere beiden Öfen mit Abfall.

Müllschacht

Durch die Strahlungswärme aus der Rostfeuerung erwärmt sich der Müllschacht, was eine Kühlung notwendig macht. Der Müllschacht muss während des Betriebs immer mit Müll gefüllt sein. Dieser Müllzapfen schliesst den Müllschacht gegen den Verbrennungsraum hin luftdicht ab und verhindert so das Eintreten von “Falschluft” in den Verbrennungsraum. Diese “Falschluft” könnte zu einem Trichterbrand führen. Im oberen Bereich des Müllschachts überwacht eine Mikrowellenschranke die Müll-Füllhöhe und alarmiert bei zu niedrigem Füllstand den Kommandoraum.

Zuteiler

Der Zuteiler besteht aus zwei Stösseln, die übereinander angeordnet sind. Der Müll wird dem Verbrennungsraum chargenweise zugeführt. Hublänge und Taktzeit der Stössel werden der Müllqualität entsprechend eingestellt, damit die Müllzuführung optimal verläuft. Die Stössel werden durch je einen Hydraulikzylinder angetrieben.

Verbrennungsrost

Die horizontale Bauweise des Rostes ermöglicht einen kontrollierten, kontinuierlichen Vorschub des Brennstoffes und verhindert Überschüttungen. Dies geschieht durch die Aneinanderreihnung von festen und beweglichen Roststabreihen. Die Bewegung der Roststabreihen erfolgt durch Hydraulikzylinder. Gekühlt werden die Roststäbe mit Wasser, das kontinuierlich durch sie hindurchfliesst. Die durch den Verbrennungsprozess anfallenden Verbrennungsrückstände fallen am Ende des Rostes durch den Schlackenschacht in den Entschlacker. Der Schlackenschacht endet im Wasserbad des Entschlackers. Dadurch wird der Eintritt von “Falschluft” verhindert.

Feuerraum

Im Feuerraum verbrennt der Müll mit Hilfe der Verbrennungsluft optimal bei einer Temperatur von gegen 1’000°C. Es braucht keine zusätzlichen Brennstoffe wie Öl oder Benzin. Die Seitenwände bilden in jedem Betriebszustand einen gegen aussen dichten Übergang zwischen Rost und Kessel.

Schlackenschacht

Die durch den Verbrennungsprozess anfallenden Verbrennungsrückstände wie Asche, Schlacke und ausgeglühte innerte Teile fallen vom Rostende durch den Schlackenschacht in den Stösselentschlacker. Der Schlackenschacht taucht in das Wasserbad des Stösselentschlackers ein. Dadurch wird die Schlacke gelöscht und der Eintritt von “Falschluft” verhindert.

Stösselentschlacker

Asche, Schlacke und ausgeglühte inerte Teile vom Rostende und die durch den Rost fallenden Asche gelangen in den Stösselentschlacker. Schlacke und Asche werden weitgehend entwässert und leicht verdichtet aus dem Stösselentschlacker in eine Mulde ausgestossen. Der Stösselentschlacker arbeitet abwasserfrei. Nur die durch die Benetzung der Schlacke ausgetragene Wassermenge und die Verdunstungsverluste werden nachgespiesen. Das Wasserniveau im Stösselentschlacker wird mit einem Schwimmerschalter auf konstantem Niveau gehalten. Der Stösselentschlacker wird von einem Hydraulikaggregat angetrieben.

Verbrennungsluftsystem, Primärluft

Das Verbrennungsluftsystem erzeugt den für die Müllverbrennung notwendigen Luftvolumenstrom. Wir unterscheiden Primärluft und Sekundärluft. Die Primärluft wird aus dem Müllbunker abgesogen, um eine Geruchs- und Staubentweichung nach aussen zu verhindern. Sie wird von unten in vier Rostzonen durch das Müllbett in den Feuerraum geleitet und ermöglicht im Feuerraum ein gutes Feuer. Um auch Abfälle mit niedrigen Heizwerten optimal zu verbrennen, kann sie mit Hilfe des LUVOs vorgewärmt werden.

Reststoffentsorgung

Als Reststoffe beim Verbrennen von Müll fallen drei Produkte an: Schlacke aus dem Feuerraum, Filterasche aus dem Elektrofilter und Wäscherschlamm aus der ABA. Die TVA (Technische Verordnung für Abfall) schreibt uns genau vor, wie diese Reststoffe entsorgt werden müssen. Von der KVA kommt die Schlacke in eine Deponie, wo sie vor dem Endlagern zum Teil von Metallteilen befreit wird. Filterasche und Wäscherschlamm kommen entweder in eine Untertagedeponie zum Endlagern oder in eine Aufbereitungsanlage.

Dampfkessel

Den im Feuerraum entstehenden heissen Rauchgasen wird beim Durchströmen des Kessels Wärme entzogen. Diese Wärme wird zur Dampfproduktion genutzt. Das Kesselspeisewasser wird vom Speisewasserbehälter über die Wärmetauscherrohre zur Kesseltrommel gefördert. Aus der Kesseltrommel wird das Wasser dem Verdampfer zugeführt, dann gelangt das Wasser-Dampf-Gemisch zurück in die Kesseltrommel. Von dort gelangt der Sattdampf via Überhitzer in die Hochdruck-Dampfmaschine, von wo die Turbinen Dampf zur Stromerzeugung beziehen.

Turbinen
Generatoren
Fernwärmeauskopplung (nicht eingezeichnet)

Bei Nutzung des Dampfes lediglich über die Dampfturbinen ergibt sich gesamthaft die niedrigste Energieausbeute aus dem Abfall. Deshlab wird über ein Fernwärmenetz mit angeschlossenen Industrie- und Gebäudeheizungen die Energie aus dem Abfall umfassender genutzt. Dies geschieht, indem ein Teil des Dampfes in den Turbinen ausgekoppelt wird. Damit wird das Wasser des Fermwärmenetzes über einen Wärmetauscher auf ca 110°C aufgeheizt. Durch isolierte, druckfeste Leitungen gelangt das Heizwasser zu den Liegenschaften und kehrt in einer zweiten Leitung auf ca. 50°C “abgekühlt” wieder in die KVA zurück.

Elektrofilter

Im Elektrofilter werden die Rauchgase von den staubförmigen Schadstoffen weitgehend befreit. Die Rauchgase, die durch den Elektrofilter gesogen werden, durchqueren dort ein elektromagnetisches Feld. Dabei laden sich die Staubpartikel negativ auf und bleiben zu über 99% an den positiv geladenen Niederschlagsplatten hängen. Diese Filterasche bleibt als Reststoff zurück und wird ins Aschesilo befördert.

Saugzugventilator 1
Aschesilo
Reststoffentsorgung

Als Reststoffe beim Verbrennen von Müll fallen drei Produkte an: Schlacke aus dem Feuerraum, Filterasche aus dem Elektrofilter und Wäscherschlamm aus der ABA. Die TVA (Technische Verordnung für Abfall) schreibt uns genau vor, wie diese Reststoffe entsorgt werden müssen. Von der KVA kommt die Schlacke in eine Deponie, wo sie vor dem Endlagern zum Teil von Metallteilen befreit wird. Filterasche und Wäscherschlamm kommen entweder in eine Untertagedeponie zum Endlagern oder in eine Aufbereitungsanlage.

Rauchgaswäscher

Im Nasswäscher werden die gasförmigen Schadstoffe und die restlichen Staubpartikel bestmöglich eliminiert. Dies geschieht mit Wasserkreisläufen, in welchen sich die Schadstoffe anreichern. Um die Aufkonzentrierung zu unterbinden, wird kontinuierlich ein Teil des Waschwassers ersetzt und in unserer Abwasserbehandlungsanlage gereinigt.

Saugzugventilator 2
Wärmetauscher

Der Wärmetauscher entzieht den aus dem Katalysator ausströmenden Rauchgasen die Wärme und gibt sie an die in den Katalysator einströmenden Rauchgase ab. Damit verhindern wir den Verlust der Wärme über den Kamin.

Entstickungsanlage (DeNox)

In der DeNox-Anlage werden durch Eindüsen von Ammoniak als sog. Reaktionsmittel die Stickoxidmoleküle in die natürlichen Luftbestandteile Sauerstoff, Stickstoff und Wasserdampf aufgetrennt und damit weitgehend eliminiert. Der dazu eingesetzte Katalysator – z.B. aus einer Titanverbindung – beschleunigt resp. potenziert den dazu notwendigen chemischen Prozess, ohne dass er selbst verbraucht wird und ohne Schadstoffe abzulagern. Die Funktion ist vom Prinzip her mit derjenigen des Autokatalysatores zu vergleichen. Ein Grössenvergleich: Im Auto sind 1 bis 2 Liter Katalysator-Volumen notwendig, in der KVA Turgi sind es 43’550 Liter.

Kamin

Die Rauchgase, die über den Kamin in die Umgebung abgegeben werden, sind nach dem heutigen Stand der Technik gereinigt und erfüllen alle Luftreinigungsverordnungen. Diese schreiben uns die Grenzwerte vor, die die Rauchgase erfüllen müssen und die sie grösstenteils weit unterschreiten. Die Feinstaubkonzentration im Reingas aus der KVA Turgi für Partikel > 1µm bewegt sich in der gleichen Grössenordnung wie diejenige der Umgebungsluft. Für Partikel <1µm liegt die Konzentration im Reingas sogar deutlich unter derjenigen der Umgebungsluft.

Abwasserbehandlungsanlage (nicht eingezeichnet)

Das Abwasser der beiden Rauchgaswäscher wird in der eigenen Abwasserbehandlungsanlage ABA neutralisiert, die Schwermetalle werden ausgefüllt und im Schlamm gebunden. Das so generierte Wasser wird nach der kontinuierlichen Endkontrolle in die Limmat zurückgeführt.

Häufige Fragen (FAQ)

Jede Ofenlinie wird zweimal pro Jahr abgestellt: Einmal eine Kurzabstellung von ca. 5 Tagen und einmal eine Revisionsabstellung von ca. 10 Tagen.

Mit dem aus der Verbrennung von Kehricht erzeugten Dampf treiben wir eine Turbine an und generieren damit elektrischen Strom. Dieser reicht für die Deckung des Eigenbedarfs der Anlage und für die Versorgung einer Gemeinde mit ca. 10‘000 Einwohnern. Ein Teil des Dampfes wird in das Fernwärmenetz der Fernwärme Siggenthal AG eingespiesen. Damit leisten wir einen grossen Beitrag zur regionalen CO2-Reduktion.

Unsere Besichtigungen sind kostenlos. Unser Unternehmen gewährt interessierten Personen Einblick in das KVA-Betriebsleben. Dazu führen wir Besichtigungen für Gruppen ab 10 bis maximal 25 Teilnehmer durch. Wer erfahren will, wie in einer solchen Anlage Abfälle verwertet und Strom- und Fernwärme erzeugt werden, kann sich darüber bei uns ausführlich ins Bild setzen lassen.

Im Ofen ist es zwischen 800 bis 1000 Grad Celsius heiss.

Der Kamin ist 86 Meter hoch.

Ein mit Petrol durchtränkter Lappen wird angezündet und in den Ofen geworfen. Unter Zugabe von Luft brennt das Feuer anschliessend ununterbrochen – Tag und Nacht.

Wir beschäftigen rund 35 Mitarbeitende mit vorwiegend technischem, handwerklichem, elektrischem oder kaufmännischem Hintergrund.

Der angelieferte Abfall brennt ohne Zusatz von Öl. Auch Glas benötigen wir keines, da unser Ofen mit 800 bis 1000 Grad zu wenig heiss ist, um Glas zum Schmelzen zu bringen. Dazu werden weit über 1000 Grad benötigt, was wir mit unseren Öfen nicht erreichen.

Etwa die Hälfte des Kehrichts besteht aus organischem Material und gilt somit als CO2-neutraler Brennstoff.

Ja. Unsere Anlage läuft im 3-Schichtbetrieb – rund um die Uhr – und das während 365 Tagen im Jahr.

Führungen

Gerne gewähren wir Ihnen einen Einblick in unseren spannenden Betrieb. Wir führen Gruppen ab ca. 10 Personen durch unsere Anlagen (Schulklassen ab der Oberstufe).

Peter Zeller wird mit Ihnen Ihre Bedürfnisse abklären und danach einen definitiven Besichtigungstermin vereinbaren.

Peter Zeller

Betriebsleitung

+41 56 201 91 30
p.zeller@kvaturgi.ch